Der Wacholder

Dem Wacholder wird traditionell eine ausgleichende und stärkende Wirkung auf die Psyche zugeschrieben. Er kann bei innerer Unruhe, Ängsten und Erschöpfung helfen, die geistige Klarheit und Konzentration fördern und dabei unterstützen, belastende Gedanken und alte Muster loszulassen. In alten Überlieferungen gilt der Wacholder als schützende Pflanze.

Botanik

Der Wacholder ( Juniperus communis ) ist eine kiefernähnliche Pflanze und gehört zur Familie der Zypressengewächse.

Die verschiedenen Wacholderarten bilden innerhalb der Zypressengewächse eine besondere Gruppe, die Beerenzapfen hervorbringt. Den Wacholder gibt es in einer Strauch- und einer Baumform. Die Wuchshöhe kann bis zu acht Metern betragen. Diese lichtholzartige Pflanze liebt offene und sonnige Stellen. Die nadelförmigen Blätter sind in 3-blättrigen Quirlen angeordnet. Die Oberseite ist mehr oder weniger blaugrün mit einem weißen Streifen, die Unterseite ist mehr dunkelgrün. Die saftigen, fleischigen Früchte (Zapfen) sind rundlich und ca. 5-6 mm groß, im reifen Zustand sind sie schwarzblau (bereift) und enthalten drei Samenkörner. Fälschlicherweise werden sie als Beeren bezeichnet. Sie reifen erst im 2. oder 3. Jahr. Die Fortpflanzung wird durch Windbestäubung gewährleistet. Der Wacholder ist eine zweihäusige Pflanze, d. h. die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich nicht auf einem Strauch, sondern auf getrennten männlichen und weiblichen Sträuchern. Die männlichen Blüten sind gelb und leicht zu erkennen. Die weiblichen sind grünlich und kaum auffallend. Erst im Alter von fünfzehn bis zwanzig Jahren wird der Wacholder fruchtbar, d. h. es entwickeln sich Blüten.

Funfact :

Wacholder und Gin


Wacholderbeeren bilden auch die geschmackliche Grundlage von Gin. 
Sie sorgen für das charakteristische, würzig-harzige Aroma mit deutlicher Kiefernnote, das den Gin prägt.

Natürlich haben auch die Haselünner Traditionsbrennereien entsprechende Produkte rund um die Wacholderbeere im Portfolio.

Problematik

Der Wacholder kann sich in vielen Sandlandschaften nicht mehr natürlich verjüngen, was seinen langfristigen Erhalt gefährdet. Hauptursache dafür sind nicht Umweltverschmutzung oder Krankheiten, sondern vor allem der starke Fraßdruck durch Kaninchen, die besonders junge Wacholderpflanzen – und sogar ältere Sträucher – massiv schädigen. Dadurch ist ein natürlicher Nachwuchs praktisch unmöglich.
Um den Wacholder dennoch zu erhalten, müssen Jungpflanzen aus regionalem Saatgut gezielt angezogen, ausgepflanzt und mit hohen, tief im Boden verankerten Schutzzäunen vor Kaninchen geschützt werden.